Buzzer-Beater verhindert Abstieg

Der 14.03.2025 wird ein Tag sein, den die Spieler von Preußen Münster gewiss nie vergessen werden. besonders die letzten 0,9 Sekunden und der anschließende Jubel sind Bilder (siehe unten), die bleiben. Doch starten wir am Anfang.

Los ging die weite Reise nach Pfarrkirchen bereits am Freitag-Morgen. Die Mannschaft stärkte sich bei Krimphove in Münster und tankte so die nötige Kraft für die Fahrt nach München.

Anschließend machte sich die Mannschaft mit zwei Bullis auf den Weg, kam erst abends in München an und verbrachte die Nacht vor Ort, um die Anfahrt am nächsten Tag auf 1,5 Stunden zu verkürzen. Um 19 Uhr war dann vor 540 Zuschauern Anpfiff in der Dreifachturnhalle in Pfarrkirchen. Die Ausgangslage war klar: Um den direkten Abstieg zu vermeiden, mussten die Preußen gewinnen. Pfarrkirchen reichte ein Unentschieden, mit einem Sieg wären sie als Achter in die Playoffs eingezogen, sollte Köln im Parallelspiel gegen SV Pars Neu-Isenburg verlieren (Endergebnis 5:4 für Pars).

Es sollte gut losgehen für den SCP. Bereits in der 6. Minute verwandelte Marek Kuruc nach einem Pfostenschuss von Jon Wollenteit den Abpraller zum 1:0. Doch die Freude währte nicht lange. Auch aufgrund zu vieler Teamfouls in zu kurzer Zeit gerieten die Adlerträger schnell in Rückstand. In der 9. Minute gelang Pfarrkirchen der Ausgleich, kurz darauf hatten sie wegen des 6. Fouls der Preußen ihren ersten Zehnmeter, den Torhüter Moritz Kemme aber abwehren konnte. Bereits in der 11. Minute pfiffen die Schiedsrichter dann einen Defensivblock von Maik Solisch ab, was zum zweiten Zehnmeter und einer Verwarnung des Spielertrainers führte. Diesmal nahm sich Tomas Voboril den Ball und versenkte souverän rechts oben. Kurz vor der Halbzeit sorgte erneut Voboril für die 3:1-Führung der Gastgeber (18.), bevor Preußen-Trainer Fabian Landmann in der letzten Minute vor der Pause das Flying antestete, um Schlüsse für die Vorgehensweise in der zweiten Halbzeit zu ziehen.
Die zweite Halbzeit startete etwas langsamer, bevor Jon Wollenteit in der 28. Minute den Anschlusstreffer zum 2:3 aus Preußen-Sicht erzielte und wieder Spannung herstellte – zwei Tore können im Futsal nämlich in sehr kurzer Zeit fallen ;). Ahmed Sokolar traf in in der 32. Minute zum 3:3 durch eine Einzelaktion stark zum Ausgleich. Nur noch ein Tor fehlte zur Sensation. Doch dann gab es einen Schlag ins Gesicht. Nach einer Anstoßvariante nahm Tomas Abrham einen Kontakt vom als Block stehenden Keeper Moritz Kemme dankend an und erhielt einen Strafstoß. Zu allem Überfluss sah Ersatzkeeper Moritz Auth auf der Bank die rote Karte aufgrund von Gesten gegenbüber dem Schiedsrichter. Mirza Hasanovic verwandelte den Sechsmeter mittig, sodass der SCP wieder zwei Tore benötigte. In den letzten fünf Minuten gingen die Adlerträger deswegen ins Flying und versuchten, die Tore in Überzahl zu erzwingen. Während das Flying-Spiel der Mannschaft Anfang der Saison noch mehr Gegentore als selbst erzielte Tore brachte, konnte die Mannschaft vor allem in den letzten Spielen schon zeigen, dass im Training intensiv an dieser Taktik gearbeitet wurde. Auch hier sollte sich das Training auszahlen. Eine Minute vor Schluss konnte die Mannschaft die Lücken der Balkan Boys ausnutzen. Zwei schnelle Pässe von Marek Kuruc zu Jonte Schütz und der wiederum auf Ahmed Sokolar, der nur noch einschieben musste, sorgten für den erneuten Ausgleich.

Wir springen zu 5 Sekunden vor dem Abpfiff, Ecke für Preußen. Kein guter Lupfer auf Maik Solisch, der den Volley über das Tor schießt. Das Spiel wirkt entschieden, doch der Pfarrkirchener Torhüter will einen möglichst hohen Abwurf machen, damit der Ball lange in der Luft ist. Dabei trifft er den Basketballkorb an der Decke und es gibt noch einmal Einkick für Preußen. Keine zwei Sekunden mehr zu spielen, Maik Solisch legt sich den Ball zurecht. Die einzige Möglichkeit: Hart Richtung Tor schießen und hoffen, dass irgendwer den Ball ins Tor lenkt. Doch der Torhüter wehrt mit dem Fuß zum erneuten Einkick etwa drei Meter vom Eckpunkt entfernt ab. Noch 0,9 Sekunden auf der Uhr. Pfarrkirchen stellt zwei Spieler in die Mauer, der Torwart steht im kurzen Eck und noch zwei weitere Spieler im Zentrum (siehe 1. Bild). Der direkte Schuss ist geblockt, doch Jonte Schütz steht zentral vor dem Tor und ist nicht gedeckt. Solisch passt den Ball flach per Vollspann zu Schütz, der den Fuß reinhält und mit dem Buzzer überquert der Ball die Linie. Preußen Münster steigt nicht direkt ab! Was danach passiert, kann nur schwer in Worte gefasst werden, ein besseres Verständnis liefern die folgenden Bilder (Quelle: Fupa; Fotograf: Thomas Martner).

Was bedeutet dieses Ergebnis jetzt genau?
Die Lizensierungen für die nächste Bundesliga-Saison müssen bis zum 16.03.2026 eingereicht sein. Sollte ein Bundesliga-Verein die nächste Saison nicht antreten wollen, könnte der SCP sogar der Relegation aus dem Weg gehen. Das und wer die potenziellen Relegations-Gegner sind bleibt vorerst abzuwarten.